Unser Programm im Mai 2022


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Sparen wir uns Gejammer und Klagegesang, wir empfehlen stattdessen »Lamento«. So heißt der neue Roman von Madame Nielsen. Das dänische Multitalent betört das Publikum mit seiner unglaublichen Bühnenpräsenz. Madame Nielsens Lesung vor vier Jahren war eine dieser Sternstunden im Eddy-Lübbert-Saal. Eine Sternstunde ist auch zu erwarten, wenn Yasmina Reza uns mit ihrem Besuch beehrt. 2008 haben wir sie zuletzt nach Hamburg eingeladen – ebenfalls ins St. Pauli Theater. Dort wird Mitte April die von der Autorin persönlich abgenommene deutsche Erstaufführung ihres neuen Stücks »Anne-Marie die Schönheit« gezeigt. Im Mai stellt sie dann ihren aktuellen, gefeierten Roman »Serge« vor. 
 
Beste Unterhaltung bekommen Sie auch an den Abenden mit Verena Roßbacher, Harald Martenstein und Eckhart Nickel sowie bei der 43. Folge von März & Moritz & 1 Gast
 
Der große Lyrikabend mit der Mara-Cassens-Preisträgerin Ronya Othmann, mit Judith Zander und Dinçer Güçyeter wird zeigen, dass und auf welche Weise Gedichte den Blick auf die Geschichte anders ausrichten und schärfen können. 
 
Eine Auseinandersetzung mit der Geschichte steht auch im Philosophischen Café an. Helmut Lethen ist anlässlich der Neuausgabe seiner großen Studie »Verhaltenslehren der Kälte – Lebensversuche zwischen den Kriegen« aus dem Jahr 1994 Wolfram Eilenbergers Gast. Wie beeinflusst Kriegserfahrung unser Denken?
 
Als eigensinnige Beobachterin und Selbstdenkerin wird die Autorin Teresa Präauer mit dem diesjährigen Ben Witter Preis ausgezeichnet. Ihr Porträt hängt wie das von Sasha Marianna Salzmann, die gerade den Preis der Literaturhäuser bekommen hat und wie Ronya Othmann Mara-Cassens-Preisträgerin ist, übrigens im Treppenhaus des Literaturhauses. Die Dauerausstellung des Hamburger Fotografen Gunter Glücklich ist zu den Öffnungszeiten des Hauses anzuschauen. Und das Literaturhauscafé empfängt Sie ebenfalls gerne. Kommen Sie doch mal wieder vorbei!
 
Herzliche Grüße im Namen des Literaturhaus-Teams
Carolin Löher
Verena Roßbacher © Christian Geyr

Verena Rossbacher / 3.5.

Seit ihrem Debüt »Verlangen nach Drachen« besticht Verena Roßbacher durch überbordende Fantasie, herrliche Skurrilitäten, literarisch kecke Anspielungen und tiefe Kenntnis der profansten Alltagskultur. Auch ihr neuer Roman »Mon Chéri und unsere demolierten Seelen« macht da keine Ausnahme. Was Charly Benz in diesem überschäumenden, mal burlesken, mal berührenden Familien- und Liebesroman erlebt, ist viel. Man muss es selber hören und lesen.

Madame Nielsen / 4.5.

Eine junge Schriftstellerin lernt einen Theaterschaffenden kennen und lieben. Doch nach der Heirat und mit einem Kind wird das junge Paar in die Realität geschleudert: ein Alltag, der organisiert werden will. Madame Nielsen beschreibt in »Lamento« mitreißend und spielerisch leicht die Liebe mit all ihren Facetten – euphorisch und himmlisch, schmerzhaft und desillusionierend.
Madame Nielsen © Frederika van der Straeten
Oliver Schlick © Fotostudio NEVA Düsseldorf

Supernova / 9.5.

Er ist extrem schüchtern und trotzdem oder gerade deshalb der »Popstar unter den Detektiven«: Rory Shy. Diesmal ermittelt er gemeinsam mit der 12-jährigen Matilda schon im dritten Fall, der die beiden in das piekfeine Internat Schloss Eichhorn führt ... Oliver Schlick liest für 5. und 6. Klassen aus dem aktuellen Band der herrlich schrägen Rory-Shy-Kinderkrimi-Reihe »Das Rätsel um Schloss Eichhorn«.

Gedankenflieger / 10.5.

Wer, wie, was bin ich? Groß, klein, fröhlich, neugierig – was macht mich aus? Woran bin ich zu erkennen, und wie erkenne ich mich selbst? Kinderbuchautorin und Sängerin Anne Jaspersen lädt Grundschulkinder dazu ein, anhand des Bilderbuchs »Der böse Kern« Fragen rund um die eigene Identität zu besprechen. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch: Alle Gedanken sind willkommen!
Anne Jaspersen © privat
Harald Martenstein © Benjamin Zibner

Harald Martenstein / 10.5.

»Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff« – was soll das heißen, in diesen Zeiten? Optimistische Kolumnen, so der Untertitel, legt Harald Martenstein vor, eine Gattungsbezeichnung, die Argwohn erregt und unpassend wirkt. Doch Martenstein wäre nicht Martenstein, wenn er in seinen Texten nicht zu begründen wüsste, um welches Schiff es sich handelt und wo man heutzutage Optimismus herbekommen soll. 

Preis der Literaturhäuser / 11.5.

Zwischen den Prägungen politischer Systeme, sich verändernden Geschlechterbildern und religiösen Zuschreibungen das eigene Selbst mit den Mitteln der Sprache neu zu erfinden und es beweglich und offen zu halten, dafür steht Sasha Marianna Salzmann.
Sie wird im Literaturhaus Stuttgart vom Netzwerk der Literaturhäuser ausgezeichnet. Die Veranstaltung wird auch per Livestream übertragen. 
Sasha Marianna Salzmann © Gunter Glücklich

Gedichte aus GEschichte(n) / 12.5.

Ronya Othmann, Judith Zander und Dinçer Güçyeter veröffentlichen Lyrik und Prosa und spüren schreibend Stimmungen, Erinnerungen und Geschichten nach, die in einem spezifischen Verhältnis zur Geschichtsschreibung stehen und die Blickrichtungen auf die Geschichte freilegen, die verborgen oder verschüttet sind.
An diesem Abend wird es vornehmlich um ihre jüngsten Gedichtbände gehen. Beate Tröger moderiert. 

Yasmina Reza / 14.5.

Yasmina Rezas neuer, aufwühlender Roman »Serge« sorgte und sorgt überall für Aufsehen. Er beschreibt nicht nur die mühsame Suche seiner Figuren nach so etwas wie Identität, sondern er fragt – als Serges Familie ihre Vergangenheit erforschen will und das von Touristenströmen bevölkerte Konzentrationslager Auschwitz/Birkenau besucht – schonungslos danach, wie wir mit unserer Geschichte angemessen umgehen. 
Dialoghaus © privat

STA*-Club mit Dimitrij Kapitelman / 16.5.

Dmitrij Kapitelman, der im Alter von acht Jahren mit seiner Familie als jüdischer »Kontingentflüchtling« aus der Ukraine nach Deutschland kam, liest aus seinem Buch »Eine Formalie in Kiew«, das auf dramatischste Weise von der Realität überholt wurde, und spricht mit den Schülerinnen und Schülern über die durch den zerstörerischen russischen Angriffskrieg veränderte Lage in der Ukraine.

März & Moritz & 1 Gast (Folge 43) / 17.5.

Viermal im Jahr laden sich die Kritikerin Ursula März und Rainer Moritz einen Gast ein, mit dem sie als literarisches Trio lustvoll über fünf belletristische Neuerscheinungen der Saison debattieren wollen. Gast des dreiundvierzigsten Abends ist die Literaturkritikerin und ORF-Redakteurin Katja Gasser. Die Titel werden etwa eine Woche vorher auf unserer Website und im Wochennewsletter angekündigt.
Katja Gasser © Stefan Reichmann
Eckhart Nickel © Fabian Zapatka

Eckhart Nickel / 19.5.

»Ich habe mir nie viel aus Kunst gemacht«, offenbart der Erzähler zu Beginn des Romans »Spitzweg«. Doch dies wird sich ändern ... Eckhart Nickel beschreibt auf unterhaltsame, komische und intelligente Weise einen Kunstdiebstahl. Dabei schafft er eine indirekte Kritik an der modernen Gesellschaft und der digitalen Bildvergötterung. 

Philosophisches Café / 24.5.

Kriegserfahrungen erzwingen geistige Neuorientierungen. So etwa in den 1920er-Jahren, als sich im deutsch-sprachigen Raum eine ganze Generation junger Denkerinnen und Denker daran machte, das eigene Weltverhältnis grundlegend neu zu bestimmen. Mit seiner Studie »Verhaltenslehren der Kälte« schuf der Germanist und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen einen bleibenden Bezugspunkt für alle, die sich fragen, welche Wirkungen und Erschütterungen ein Krieg im Denken zeitigt.
Helmut Lethen © Simone Sassen
Teresa Präauer © Gunter Glücklich

Ben Witter Preis / 31.5. 

Der renommierte Ben Witter Preis geht in diesem Jahr an die Wiener Autorin Teresa Präauer. Die Jury der Ben Witter Stiftung ehrt damit eine »eigensinnige Beobachterin und Selbstdenkerin, deren Schreiben einen scharfen Blick verrät für die Haarrisse der Wirklichkeit und die wunderliche Komik allen menschlichen Mühens.« 
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. 2020 und 2021 wurde der Preis coronabedingt nicht verliehen.

programm vom 1. bis 31. Mai 2022

1.-31.5.

Alle Livestream-Termine des Monats im Abo
Di 3.5.
19.30 Uhr

liest aus ihrem neuen Roman »Mon Chéri und unsere demolierten Seelen« 
Mi 4.5.
19.30 Uhr

stellt ihren neuen Roman »Lamento« vor
Mo 9.5.
9.30 Uhr

Oliver Schlick präsentiert sein Buch »Rory Shy«
Di 10.5.
9/11.00 Uhr

Anne Jaspersen philosophiert mit Kindern über Identität
Di 10.5.
19.30 Uhr

liest aus seinem neuen Buch »Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff – Optimistische Kolumnen«
Mi 11.5.
19.00 Uhr

Sasha Marianna Salzmann wird vom Netzwerk der Literaturhäuser ausgezeichnet
Do 12.5.
19.30 Uhr

bei lichte / besehen doppelt / verstärkt – Lesung und Gespräch mit Ronya Othmann, Judith Zander und Dinçer Güçyeter
Sa 14.5.
19.30 Uhr

stellt ihren neuen Roman »Serge« vor
Ort: St. Pauli Theater
Mo 16.5.
10.00 Uhr

Dimitrij Kapitelman liest aus seinem Buch »Eine Formalie in Kiew« und spricht über die Situation in der Ukraine
Di 17.5.
19.30 Uhr

Das literarische Trio in Aktion: Ursula März, Rainer Moritz und Katja Gasser debattieren über fünf Neuerscheinungen
Do 19.5.
19.30 Uhr

liest aus seinem neuen Roman »Spitzweg«
Di 24.5.
19.00 Uhr

Verhaltenslehren der Kälte
Gast: Helmut Lethen
Di 31.5.
19.00 Uhr

Teresa Präauer wird ausgezeichnet

Veranstaltungstipp: »Anne-Marie Die Schönheit« im St. Pauli Theater

Vom 12. bis 14. April zeigt das St. Pauli Theater 
»Anne-Marie die Schönheit«, das neue Stück von Yasmina Reza. Das Theaterstück ist ganz gegen ihre Gewohnheit ein Monolog – mit Robert Hunger-Bühler in der Hauptrolle der gealterten Schauspielerin Anne-Marie. Doch auch mit diesem ebenso berührenden wie komischen Text zeigt sich die Erfolgsautorin Yasmina Reza in Bestform.
Der Vorverkauf beginnt am 15. April 2022 um 9.00 Uhr. Karten sind an allen Reservix-Vorverkaufsstellen, über den Onlineshop auf unserer Website, bei der gebührenpflichtigen Hotline T 0180.60 15 729 und in der Buchhandlung Samtleben erhältlich. Bitte beachten Sie, dass dabei Vorverkaufsgebühren anfallen können.

Mitglieder der Literaturhaus-Vereins können ihre Karten ab dem 11. April, also ab sofort, bestellen: T 040.22 70 20 14 oder per E-Mail an tickets@literaturhaus-hamburg.de

Streamingtickets sind bis zum Veranstaltungsbeginn erhältlich. Der Stream ist bis zu 72 Stunden nach Beginn der Veranstaltung abrufbar. Nutzen Sie unser Streamingabonnement im Mai für € 30,– bzw. zum Mitgliedspreis von € 25,– für diese sieben Termine: Verena Roßbacher, Madame Nielsen, Harald Martenstein, Gedichte aus Gechichte(n), März & Moritz & 1 Gast, Eckhart Nickel und das Philosophische Café mit Helmut Lethen.
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